Neben vie­len schö­nen Erin­ne­run­gen und wert­vol­len Erfah­run­gen habe ich von der Zeit bei reg.io noch eins mit nach Bran­den­burg genom­men: Gutes von hier. Die Idee die­ses Kon­zepts hat­te mich schon wäh­rend des Prak­ti­kums begeis­tert. Und eigent­lich stand für mich zu die­sem Zeit­punkt schon fest, dass „Gutes von hier“ unbe­dingt auch in mei­ner Hei­mat Leu­te erfreu­en soll. Also mach­te ich mich weni­ge Tage nach mei­ner Ankunft zu Hau­se schon an die ers­ten Über­le­gun­gen für eine zukünf­ti­ge Bran­den­burg-Box, die Bran­den­bur­ger Weih­nachts­post. Schließ­lich war es Anfang Juli, und in der Vor­weih­nachts­zeit soll­ten alle Gedan­ken Gestalt ange­nom­men haben und als eine kuli­na­ri­sche Berei­che­rung für den Kun­den bereit­ste­hen.

Erzeuger finden, Produkte auswählen

Zunächst wid­me­te ich mich dem Inhalt des Kar­tons. Wel­che Pro­duk­te wür­den für eine Box á la Bran­den­burg in Fra­ge kom­men und vor allem, wel­che Erzeu­ger lie­fern mir die­se Pro­duk­te? Ich begann das Inter­net zu durch­fors­ten, frag­te Freun­de und besuch­te Erzeu­ger. Die rich­ti­gen Pro­duk­te und Pro­du­zen­ten für die Box zu fin­den, war sehr erleb­nis­reich, brach­te viel Freu­de und führ­te zu einer neu­en Aus­ein­an­der­set­zung mit der Regi­on und ihren Beson­der­hei­ten. Zum einen ent­deck­te ich selbst neue Pro­duk­te von qua­si „neben­an“, und gleich­zei­tig wur­de ich in inter­es­san­te Gesprä­che mit Erzeu­gern ver­wi­ckelt. Jedes Pro­dukt war ein­zig­ar­tig, hat­te sei­ne ganz eige­nen beson­de­ren Zuta­ten und einen indi­vi­du­el­len Her­stel­lungs­pro­zess, der oft mit Tra­di­tio­nen ver­bun­den war. Viel­leicht typisch Frau, hat­te ich gleich eine Art emo­tio­na­le Bin­dung zu den Pro­duk­ten auf­ge­baut und woll­te nun unbe­dingt, dass die­se kost­ba­ren Lebens­mit­tel mehr Ver­brei­tung im Bran­den­bur­ger Raum fin­den.

Abnehmer finden

Von den bereits erfah­re­nen Ulmern wuss­te ich, dass der nächs­te Schritt des Pro­jek­tes nicht lan­ge auf sich war­ten darf: Abneh­mer fin­den! Das war gewiss die größ­te Her­aus­for­de­rung und zeig­te sich auch gleich bei mei­nem ers­ten Ver­kaufs­ge­spräch. Eupho­risch und auf­ge­regt ging ich zu mei­nem ers­ten poten­zi­el­len Kun­den, den ich über mei­ne Mut­ter ver­mit­telt bekom­men hat­te, einer Immo­bi­li­en­fir­ma, die sich die Box für ihre lang­jäh­ri­gen Kun­den als Geschenk vor­stel­len konn­te. Im Büro des Chefs stell­te ich die Idee mit größ­ter Über­zeu­gungs­kraft und vol­ler Uner­fah­ren­heit vor. Schlecht war es nicht, aber es hät­te gewiss auch bes­ser sein kön­nen. Mein Glück: der Chef war sehr hilfs­be­reit und auf­merk­sam, er erkann­te mei­nen Küken­sta­tus sofort und gab mir in einem halb­stün­di­gen Gespräch Tipps und Rat­schlä­ge für zukünf­ti­ge Kun­den und Ver­kaufs­ge­sprä­che. Er ver­mit­tel­te mir aber auch die Schwie­rig­kei­ten beim Ver­kauf, und daß mein Vor­ha­ben gewiss nicht leicht wer­den wür­de.

In den fol­gen­den Wochen zeig­te sich die Wahr­heit der Wor­te. Es war wirk­lich schwer, nur über das Tele­fon oder Mail-Kon­takt wei­te­re Ter­mi­ne in regio­na­len Unter­neh­men zu bekom­men. Schlicht­weg, hat­te man kei­nen bestehen­den Kon­takt in das Unter­neh­men, muss­te man schon einen klei­nen Glücks­griff erlan­gen für einen Vor­stel­lungs­ter­min. Ich fing also an, nach Alter­na­ti­ven zu suchen und kam auf die TMB (Tou­ris­mus-Mar­ke­ting Bran­den­burg). Hier traf ich sofort auf offe­ne Ohren für das Vor­ha­ben und die Pro­blem­la­ge, Kun­den zu gewin­nen. Inner­halb kur­zer Zeit wur­de ein Inter­view mit mir orga­ni­siert und ein Blog-Bei­trag auf der haus­ei­ge­nen Sei­te mit Fotos und Kon­takt­da­ten ver­öf­fent­licht, um die Bekannt­heit der Box zu stei­gern. Der Bericht zeig­te sei­ne Wir­kung, und die ers­ten Bestel­lun­gen tru­del­ten bei mir ein. Auch bekam ich über Freun­de, Bekann­te und klei­ne­re Wer­be­maß­nah­men durch die regio­na­le Pres­se wei­te­re Abneh­mer zusam­men. Auf die­ser Basis ent­schied ich mich, von allen Pro­duk­ten 50 Stück für Ende Novem­ber zu bestel­len, um kei­ne Ver­lus­te ein­zu­fah­ren.

Publicity

Aller­dings kam dann alles doch anders als geplant: Die TMB hat­te inzwi­schen den Blog-Bei­trag an die Punkt3 wei­ter­ge­ge­ben, eine Bahn­hofs­zei­tung, die in ganz Ber­lin und Bran­den­burg an den Bahn­hö­fen aus­liegt, und dort war der Arti­kel Ein Paket voll mit Bran­den­burg erschie­nen. Inner­halb weni­ger Tage nach Erschei­nen erhielt ich vie­le Online­be­stel­lun­gen für die Box. In Ber­lin und Bran­den­burg gab es ganz offen­sicht­lich sehr vie­le Freun­de hei­mi­scher Pro­duk­te! Der Weg, sie und die Idee zuein­an­der zubrin­gen, war und bleibt die größ­te Schwie­rig­keit und geht anschei­nend am ein­fachs­ten über loka­le Medi­en, die einen hohen Bekannt­heits­grad besit­zen.

Nun hat­te ich zwar Bestel­lun­gen, dafür aber ein neu­es Pro­blem: Es war erst Mit­te Novem­ber! Und ich hat­te noch gar kei­ne fer­ti­gen Boxen zum Ver­sand. Hin­zu kam, dass ein Erzeu­ger noch nicht mal sicher war, ob sein Pro­dukt bis Ende Novem­ber fer­tig­ge­stellt sein wür­de. Etwas der Panik und Hek­tik ver­fal­len, ver­such­te ich alle Betei­lig­ten zu kon­tak­tie­ren und den Pro­zess mög­lichst rei­bungs­frei zu orga­ni­sie­ren. Letzt­end­lich klapp­te alles und ich konn­te sogar noch mal eine wei­te­re Stück­zahl von 50 Boxen ver­kau­fen. Im Nach­hin­ein war es natür­lich ein klei­ner Akt. Vor allem weil ich alle Boxen sel­ber bei mir zu Hau­se gepackt habe. Erschwe­rend kam hin­zu, dass ich durch die hohe Zeit­in­ves­ti­ti­on in das Pro­jekt für den nun letz­ten anste­hen­den Schritt, das Packen, eine akri­bi­sche Per­fek­tio­nis­mus-Pack­kunst anwand­te, um bloß kei­nen Feh­ler auf dem End­spurt Ein­marsch zu gewäh­ren. Das heißt, alle Pro­duk­te muss­ten sorg­fäl­tig in Holz­wol­le gebet­tet an ihrem Platz in der Box lie­gen, die Eti­ket­ten durf­ten nur nach oben zei­gen und die Koch­an­lei­tung hat­te par­al­lel zu den Kan­ten der Box zu ver­lau­fen. Die Fol­ge war, dass es für Freun­de und Fami­lie fast schier unmög­lich war, mir nach mei­nen Vor­stel­lun­gen zu hel­fen. Na ja, eigent­lich sieht das Kon­zept von „Gutes von hier“ ja auch das Dele­gie­ren von Ver­pa­ckung und Ver­sand an eine sozia­le Ein­rich­tung vor. Damit fällt dann schon eine Men­ge Arbeit weg. Beim nächs­ten mal…

Viel gelernt

Als Resü­mee für mich per­sön­lich habe ich durch das Pro­jekt unglaub­lich viel gelernt. Gera­de durch die Kom­ple­xi­tät des Pro­jek­tes und dadurch, dass man jeden Schritt beglei­tet oder zum Teil voll­stän­dig über­nimmt, gewinnt man gewal­tig an Erfah­run­gen. In eini­gen Auf­ga­ben­fel­dern war ich noch ein frisch geschlüpf­tes Küken und habe gewiss ein Stück weit erst mit dem Pro­jekt gelernt. Gera­de wenn man sich für den Bereich regio­na­le Pro­duk­te inter­es­siert, erlangt man noch mal eine gan­ze ande­re Sicht­wei­se auf die Pro­blem­la­ge der Erzeu­ger. Ich kann jedem, der Freu­de an Lebens­mit­tel, krea­ti­ve Ide­en und Lust auf eine Her­aus­for­de­rung hat, nur emp­feh­len auch ein biss­chen „Gutes von hier“-Luft in der eige­nen Regi­on zu ver­sprü­hen. Es beglückt die Erzeu­ger, es beglückt die Kun­den und es beglückt einen selbst!

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