Es tut sich was. Zur ersten Versuchsrunde nach der „Pflichtveranstaltung Hochschulprojekt“ lud letzte Woche Fritz nach Tübingen in seine Küche ein. Unsere Direktvermarktertüte geht in die nächste Runde: höchste Zeit, noch feinere und passendere Produkte für den „Schwaben-Schmaus“ zu finden und noch ausgefeiltere Pläne zu schmieden!

Gemüse-Konfetti überzeugt

Zu Beginn beäugten wir die bunten, trockenen Schnipsel in ihrem kleinen Suppengrün-Tütchen vom Hofgut Gaisbühl interessiert und durchaus skeptisch: „Karotte, Lauch und Sellerie im Konfettiformat sollen dem erlauchten Arche-Passagier Albleisa Gesellschaft leisten?“ Also flugs drei Töpfe aufgesetzt, Material und Methoden der Versuchsreihe dokumentiert, und ab dafür! In jeden Topf gaben wir zusammen mit den Linsen ein Lorbeerblatt, und nach wenigen Minuten strömte uns ein überraschend wohlig-würziger Duft entgegen. Kernige Linsen und zartes Gemüse brauchen die richtige Unterstützung, fanden wir, und entschieden uns als Ergänzung der aromatischen Essigauslese du chef aus der Reutlinger Essigmanufaktur für eine unkomplizierte Gewürzgemeinschaft aus Salz, Pfeffer und einer Prise Zimt.

Während die Linsen köchelten, widmeten wir uns gespannt dem nächsten Newcomer. Statt des vakuumierten Bauchspecks, dessen Haltbarkeitsspanne für unser Projekt leider leider zu gering ist, sollen eingelegte Saitenwürstle in die Tüte. Nach einiger Recherche und standen neue Saitenwürstle-Varianten von drei Erzeugern in der Küche bereit. Optisch überzeugte uns auf den ersten Blick nur das Produkt aus dem Glas, leider nicht aus der Region: die Mini-Wiener-Wurstkette ist geräuchert und deshalb satt hellbraun, die beiden regionalen Kandidaten konnten mit ihrem blassen Braun-Grau-Rosa nicht so recht punkten.

Viele Köche… sind sich einig!

Zehn Minuten Kochzeit später waren wir also fast im spannenden Finale angekommen. Alles stand zum Testessen bereit – die Linsen hatten Einiges mehr an Zeit gebraucht als angenommen, aber auch unser jüngster Testesser Leo mußte nicht ins Bett, sondern durfte noch mit am Tisch sitzen. Für den siebenjährigen Mitarbeiter gabe es eine Ausnahme von den sonst geltenden Arbeitszeitbestimmungen.

Erwartungsvoll sortierten wir neben Spätzle und Saitenwürstle die drei verschiedenen Linsengemüse auf unsere Teller. Wenige Gabeln später war einstimmig klar: Suppengrün ist eine hochwertige Bereicherung für unsere Tüte. Zimt und Pfeffer harmonieren perfekt mit dem Essig, keiner sticht raus, gemeinsam runden sie das Linsengemüse aufregend würzig ab.

Die regionalen Würstle aus der Dose bestätigten leider die Vorurteile, die wir gegenüber Dosenwürstle haben; die lose gekauften Saiten sind lecker, aber naturgemäß nicht haltbar gemacht. Die Jagd auf schmackhafte, haltbare und regionale Saitenwürstle geht also weiter.

Wenn sich in der Zukunft alle Welt um unsere Direktvermarktertüte reißt, werden wir uns vielleicht mal mit passenden Getränkeempfehlungen beschäftigen. Fritz und Gattin legten mit einem kühlen Auxerrois von Hirth aus Obersulm die Latte schon mal tüchtig hoch. Eine spontanen Obstbrand-Degustation von Bränden des auch bei Gutes von hier vertretenen Kusterdingers Martin Wandel rundete unseren gemütlichen, erkenntnisreichen und genussvollen Abend ab.

Nächste Station: Slow-Food-Messe Stuttgart

Wir freuen uns darauf, unsere Tüte in wenigen Tagen auf der Slow-Food Messe in Stuttgart zu präsentieren (dazu gibt es die Tage noch einen separaten Beitrag, aber Halle 5 Stand B12 kann man sich schon mal notieren). Und sind drauf vorbereitet, uns den Mund fusselig zu reden, um vielen interessierten Besuchern die Idee vorzustellen, die hinter dem „Projekt Direktvermarktertüte“ steckt.

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