In der aktu­el­len ZEIT han­delt das Dos­si­ern (Print bzw. nur als Bezahl-Ver­si­on online) vom Min­dest­lohn, der seit Janu­ar gilt — auf dem Papier wenigs­tens. Nicht nur Bau­ar­bei­ter, Zim­mer­mäd­chen, Putz­kräf­te und Beschäf­tig­te bei Dis­coun­tern und Schlacht­hö­fen und in der Logis­tik wer­den nach wie vor de fac­to schlech­ter bezahlt, son­dern z.B. auch Köche im Hotel Adlon, so steht da zu lesen. Com­mis de Cui­sine für 1.600 – 1.800 brut­to im Monat. Brut­to. Arbeits­wo­che statt der ver­trag­li­chen 38 Stun­den eher 50 – 60. Das Pro­blem ist weit ver­brei­tet, auch und gera­de im Food-Bereich. Die land­wirt­schaft­li­chen Direkt­ver­mark­ter, spe­zi­ell die Obst- und Gemü­se­an­bau­er mit ihren Sai­son­kräf­ten, die über­wie­gend aus Ost­eu­ro­pa kom­men, sind da lei­der auch kei­ne Wai­sen­kin­der.

Unse­re stei­le The­se lau­tet: wenn der Betriebs­lei­ter per­sön­lich mit den Sai­son­ar­bei­tern umgeht und nicht ein Beauf­trag­ter oder gar ein Beauf­trag­ter eines Beauf­trag­ten, ist die Wahr­schein­lich­keit gerin­ger, dass es zu zu so rabia­ten Aus­wüch­sen kommt wie geschil­dert. Wenn die Che­fin oder der Chef Seit‘ an Seit‘ mit einem Pflü­cker, Spü­ler oder sons­ti­gem Ver­rich­ter ein­fa­cher Arbei­ten steht, haben der, der die Regeln macht, und der, der am Ende der Nah­rungs­ket­te steht, per­sön­li­chen Kon­takt. So fällt es schwe­rer, aus­beu­te­ri­sche und men­schen­un­wür­di­ge Bedin­gun­gen zu instal­lie­ren bzw. durch­zu­set­zen. Distanz erleich­tert mie­se Behand­lung: der rum­brül­len­de Vor­ar­bei­ter ist ja, so sieht er es, selbst ein Opfer von Aus­beu­tung — und er ist schließ­lich nicht für die schlech­te Bezah­lung und den gleich­zei­ti­gen Leis­tungs­druck sei­ner Unter­ge­be­nen ver­ant­wort­lich, so daß er schön nach unten tre­ten kann, ver­meint­lich, ohne sich des­halb schlecht füh­len zu müs­sen.

Klei­ne regio­na­le Manu­fak­tu­ren und land­wirt­schaft­li­che Direkt­ver­mark­ter, inso­fern die Betriebs­lei­tung noch selbst am Herd, im Stall, auf dem Acker steht, sind im Schnitt „sozia­ler“ als arbeits­tei­li­ge­re und in die­sem Sin­ne indus­tri­el­le­re Betrie­be, so glau­ben wir. Im Hof­la­den zu kau­fen oder auf dem Wochen­markt, oder auch im Web Pro­duk­te klei­ner Manu­fak­tu­ren zu bestel­len, führt im Schnitt dazu, dass die Euros deut­lich weni­ger in Betrie­be mit aus­beu­te­ri­schen Arbeits­ver­hält­nis­sen flie­ßen. In die glei­che Rich­tung stößt das heu­te von Slow Food Deutsch­land ver­öf­fent­lich­te State­ment Lidl streut uns Sand in die Augen.

Das ist doch ein gutes Argu­ment, den Super­markt zu mei­den und statt­des­sen von den Betrie­ben zu kau­fen, die wir hier auf reg.io ver­sam­meln wol­len und deren Pro­duk­te wir in unse­re Gutes von hier-Geschenk­kar­tons legen! Mehr Grün­de dafür, regio­nal zu kau­fen, ste­hen in unse­rem Regio­na­len Mani­fest.

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