In memoriam meiner Gastprofessur in Nürtingen von ein paar Jahren habe ich diese Woche zwei Tage lang Landwirte im Controlling unterrichtet. Das Evangelische Bauernwerk Baden-Württemberg in Hohebuch veranstaltet regelmäßig Seminare und Tagungen. Die rund 20 Teilnehmer waren ausgesprochen engagiert – anders als die Studenten reisen sie eigens an, zahlen Teilnahmegebühr und sind deswegen wild entschlossen, sich zu amüsieren. Ich habe dort eine nette und sehr heterogene Truppe kennengelernt, die sich mit viel Engagement an das Thema gewagt hat.

Was nehme ich für Erkenntnisse mit?

  • Kleine Betriebe sind in der Regel meilenweit von einem effizienten Controlling entfernt, weil sie dazu nicht die Kapazitäten haben
  • Welche Controlling-Tools und welche Datenerfassungen sinnvoll sind, hängt weniger vom Betrieb als mehr von der Motivation und den Fähigkeiten des Betriebsleiters bzw. seines Personals ab
  • Die Kalkulationen im Controlling sind mathematisch auf Grundschulniveau. Die betriebswirtschaftlichen Begrifflichkeiten sind schon komplexer – aber die regelmäßige Erfassung von Qualitäts-Daten ist mit Abstand die größte Herausforderung am Controlling
  • Wenn man ein „ex post“-Controlling machen muß, hat man eigentlich schon verloren – das anzustrebende Optimum besteht darin, daß der Moment der Datenentstehung zugleich der der Datenerfassung ist. Mit jeder Minute danach sinkt die Wahrscheinlichkeit, daß eine Zahl noch am richtigen Platz landet. Am besten, die Daten werden bei der Erzeugung gleich automatisch gespeichert und weiterverarbeitet, so daß Auswertungen immer in Echtzeit aktualisiert werden und jederzeit abgelesen werden können.
  • Letzteres geht mit Podio entscheidend viel besser als mit einer Tabellenkalkulation wie Microsoft Excel. Wenn ich das nicht sowieso schon wußte, nach dem Seminar ist es noch mal klarer.

Ich hoffe, die Teilnehmer haben viel gelernt. Ich hab jedenfalls viel gelernt!

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